Südtirolersiedlung: Team Leiter fordert Bürgerbeteiligung ein

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Kritik an der Sprechstundenaktion des Bürgermeisters

„Sehr befremdlich“, findet Fraktionsobmann Bernhard Corn die jüngste PR-Aktion von Bürgermeister Simon Tschann in Sachen Südtiroler Siedlung. „Wie kommen die Bewohner dazu, dass sie wie Bittsteller in ein öffentliches Lokal pilgern müssen, um dem Bürgermeister vor dem Wirt und einem Kameramann ihre Probleme zu schildern?“ Wenn nur etwa fünf Prozent der 397 Haushalte auftauchen, spricht das ohnehin Bände. Die Aktion richte sich wohl vornehmlich an die Medien und sei höchstens ein trauriger Abklatsch einer Bürgerbeteiligung. Währenddessen bleibe die eigentliche Strategie des Bürgermeisters im Unklaren. „Wir würden uns von Herrn Tschann erwarten, dass er endlich Farbe bekennt und sich klar gegen den Abriss der Siedlung ausspricht“, fordert der Fraktionsobmann des Team Mario Leiter. Hier könne der Bürgermeister beispielsweise über den Ortsbildschutz einiges bewegen.

„Natürlich steht der Planungsprozess erst am Anfang“, gibt Corn zu bedenken. Man müsse aber mit Struktur an die Sache herangehen und nicht mit dem PR-Revolver leeres Pulver verschießen. Anstatt eine Minderheit von Bewohnern für einen Fototermin ins Gasthaus vorzuladen, sollte der Bürgermeister lieber dafür Sorge tragen, dass die Interessen aller Mieter gehört werden. Dazu wäre die von Vizebürgermeister Mario Leiter vorgeschlagene Wahl eines Siedlungssprechers die gangbarste Lösung. Dieser würde sicherstellen, dass alle und nicht nur eine Hand voll Bewohner die Möglichkeit erhalten, ihre Sicht der Dinge einzubringen. Es gehe nun darum, ein ordentliches Bürgerbeteiligungsverfahren in Gang zu setzen. „Mit Fotos werden wir nicht weit kommen“, so Corn.